{"id":2375,"date":"2019-03-06T00:58:24","date_gmt":"2019-03-05T23:58:24","guid":{"rendered":"https:\/\/orgelbauverein-moelln.de\/?p=2375"},"modified":"2019-03-06T01:16:49","modified_gmt":"2019-03-06T00:16:49","slug":"ein-werkstattbesuch-in-holland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/orgelbauverein-moelln.de\/?p=2375","title":{"rendered":"Ein Werkstattbesuch in Holland"},"content":{"rendered":"<p>Meine orgelbegeisterte Freundin C\u00e4cilia hatte geh\u00f6rt, wir seien unserer Scherer-B\u00fcnting-Orgel\u00a0 wegen nach Holland gereist: &#8222;Die Orgel ist doch gerade erst ein paar Monate weg. Gibt es da jetzt schon etwas zu h\u00f6ren? Oder Langweilt ihr euch, wenn ihr euch eure Orgel nicht st\u00e4ndig anschauen k\u00f6nnt?&#8220; \u201eT\u00f6ne auf unserer Orgel gab es nat\u00fcrlich noch nicht zu h\u00f6ren, aber es war schon sehr interessant, sich von den Orgelbauern erz\u00e4hlen zu lassen, welche Erkenntnisse beim Abbau der Orgel in M\u00f6lln zutage getreten sind. In der Werkstatt laufen erstmal die Untersuchungen der Pfeifen noch weiter, die die Grundlagen f\u00fcr das genaue Konzept der Orgel darstellen. Und da sich herausgestellt hat, dass am R\u00fcckpositivgeh\u00e4use nichts mehr vom Orgelbauer B\u00fcnting aus dem 18. Jh. stammt, muss da ganz neu gedacht werden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch, ich dachte, das sei im 19. Jh. ab- und im 20. wieder drangebaut worden\u2026?\u201c \u201eJa, das hatten wir so vermutet; die Bauforschung hat\u00a0 beim Abbau aber festgestellt, dass das gesamte R\u00fcckpositivgeh\u00e4use noch keine 100 Jahre alt ist, nur die Br\u00fcstung der Empore stammt zumindest vom Umbau durch Marcussen Mitte des 19. Jh.; damit muss die Planung jetzt weitergehen. Daf\u00fcr sind in der Orgel unerwartet noch alte Balken aufgetaucht, die Hinweise auf die alte Orgel geben. Und im Turmraum hinter der Orgel kamen eindeutige Hinweise zutage, wo fr\u00fcher die Blaseb\u00e4lge gewesen sind. Im Computermodell konnten wir uns die neuen B\u00e4lge als Ganzes schon anschauen, in der Werkstatt waren die ersten Teile gerade fertig.\u201c \u201eRichtig greifbar, also zum Anfassen\u2026?\u201c \u201eJa, genau, aus Kiefernholz! \u00dcberhaupt ist ein Besuch in dieser Werkstatt beeindruckend: Herr Winkel, der Direktor der Firma, erkl\u00e4rt mit viel Geduld jedes Detail in seinem Betrieb: Wie sie die Metallplatten gie\u00dfen, aus denen sie dann die Pfeifen bauen, wie sie die richtige Mischung der Metalllegierung hinbekommen, wie sie diese Platten dann hobeln und h\u00e4mmern, teilweise mit selbst entworfenen Maschinen.\u00a0 Dann stehen und liegen da Pfeifen herum von all den Orgelprojekten, an denen sie gerade arbeiten. Und in der Holzwerkstatt sieht man dann im Detail, wie die Mechanik einer Orgel funktioniert, mit Tastatur und Pedal, mit Windkan\u00e4len f\u00fcr die Luftversorgung, mit den Windladen, damit jeder Ton auch im richtigen Moment seine Luft bekommt, und nat\u00fcrlich den Blaseb\u00e4lgen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn du das so erz\u00e4hlst, bekomme ich richtig Lust, mir das auch einmal anzuschauen. Meinst Du, das w\u00e4re m\u00f6glich?\u201c \u201eAber nat\u00fcrlich! Herr Winkel hat uns eingeladen, zusammen mit allen an unserer Orgel Interessierten einen Besuch bei ihnen in der Werkstatt zu machen. Das werden wir auch organisieren, allerdings lohnt sich das sicherlich noch mehr, wenn in der Werkstatt schon viele Teile von unserer Orgel sehen sind. Das wird sicherlich erst im n\u00e4chsten Jahr so weit sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOkay, das klingt gut; ich bin dabei!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hartmut Ledeboer<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine orgelbegeisterte Freundin C\u00e4cilia hatte geh\u00f6rt, wir seien unserer Scherer-B\u00fcnting-Orgel\u00a0 wegen nach Holland gereist: &#8222;Die Orgel ist doch gerade erst ein paar Monate weg. Gibt es da jetzt schon etwas zu h\u00f6ren? 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